Montag, 22. September 2014

Von Gemeinsamkeiten, Unterschieden und Drahteseln

Da bin ich wieder - für jene Mitmenschen, die mich vermisst haben und jene, die es zumindest vorgeben. Schmierwurst; jeder Seitenaufruf zählt!
          Nach nunmehr 21 Tagen auf staubtrockenem, orangerötlichen sandigem tansanischen Boden hat der Lange es tatsächlich mal wieder geschafft, sich hinter die Tastatur zu klemmen um seine meist verwobenen Gedankengänge auf dem Silberteller zu präsentieren - Wohl bekomm‘s!
 

Wie bereits angekündigt wird sich dieser Blogeintrag mit wohl bedachten Vergleichen beschäftigen, die euch mein momentanes Dasein auf dem afrikanischen Kontinent näher bringen können und sollen.
         Leider muss ich diejenigen unter euch enttäuschen, die spannende Geschichten über traditionelle tansanische Hochzeiten oder Beerdigungen, Tanzveranstaltungen oder Kaffeekränzchen erwarten. Geschichten hab ich, sogar einige, aber solche noch nicht. Dazu bin ich noch nicht lange genug da. Verlassen wir uns einfach auf die Zeit :0)

Und genau mit dieser würde ich gerne das Thema eröffnen.
 

Von der deutschen Pünktlichkeit zu „polepole“

„Zeit“ - viele machen sich darüber wahrscheinlich gar keine Gedanken. Wozu auch? Man ist ja ein bestimmtes Zeitverständnis gewohnt, die Gesellschaft richtet sich nach ihr. Man, so auch ich, überdenkt sein heimisches Zeitverständnis erst, wenn es sich ändert. Und das hat es. Drastisch.
Zusammenfassend könnte ich sagen: „Ich habe meine Armbanduhr abgelegt, weil ich sie nicht mehr brauche.“ Wenn man in Tansania eine Zeit vereinbart, zu der man sich gerne treffen möchte, so kann man sich nie sicher sein, wann man sich denn tatsächlich sehen wird. Bis auf wenige Ausnahmen wie die Schule, zu der man pünktlich zu sein hat, lässt man sich gerne Zeit, oftmals auch viel Zeit und manchmal sogar übertrieben viel Zeit. So kann es sein, dass man um 10Uhr morgens ein Treffen vereinbart, man aber bis 13h noch nichts voneinander gesehen hat. Ein Problem ist das nicht, so funktioniert das Gesellschaftsleben hier eben. Es ist eben anders. Manchmal angenehm, manchmal nervig.

1:0 für Tansania

Das in Deutschland erwerbbare, abgepackte Importobst stinkt sang- und klanglos gegen das frische, lokale, saftige und um einiges günstigere tansanische Obst und Gemüse ab. Eigentlich ist es sogar eine Schande, diese tansanischen Produkte mit dem Importzeug in Deutschland zu vergleichen. Vor ein paar Tagen habe ich mir für umgerechnet 60ct eine ganze Ananas zugelegt und noch während des genussvollen Verspeisens Angst vor Diabetes bekommen - so frisch und saftig und vorallem süß war diese Köstlichkeit. Aber nicht nur Trauben, Bananen, Avocados, Orangen, Karotten, Zwiebeln, Tomaten und vieles mehr lassen die Geschmacksnerven durchdrehen, auch Nüsse wie zum Beispiel Erdnüsse lassen die Hoffnung verschwindend gering werden, zu Hause in Deutschland jemals wieder eines dies Produkte genießen zu können... Und hier begegnet man diesen Genossen jeden Tag, ob in Speis oder Trank oder auf einem der vielen Märkte - Immer frisch, immer eine gute Wahl.

Straßen und „Straßen“

Mal kurz und knapp:
Deutschland: überall geteerte Straßen, mehrspurige Autobahnen und ständig wird irgendwas ausgebessert. Vielerorts wird sich grün und blau geärgert über ein Loch in der Straße, welches nach zwei Wochen immer noch nicht ausgebessert ist.
Singida, Tansania: die Hauptstraße ist der einzige Weg, der geteert ist, nirgends Autobahnen, von mehreren Spuren gar nicht erst zu sprechen. Jedoch: überall...naja Trampelpfade, die von LKWs, Motorrädern (bodabodas), Bajajis, Fahrradfahrern und Fußgängern genutzt werden. Im Laufe der Zeit wurden aus Sandflächen mehr oder weniger befahrbare Untergründe, die einen vor allem als Drahteselnutzer ständig vor Herausforderungen stellen. Zu eben genannten Personengruppen zähle ich mich seit einigen Tagen auch, da ich mir ein neues altes Fahrrad für umgerechnet 70€ zugelegt habe (die Gute hat alles, was das Herz so begehrt, bis auf eine Federgabel und einen Getränkehalter). Wenn nicht gedanklich, so driftet man alle paar Sekunden mal fahrradfahrend vom Weg ab und hat wenig Chancen anzukommen, wenn der Fokus nicht auf der Straße liegt.
Ach ja, der Linksverkehr muss natürlich auch ständig beachtet werden. 

          Nichtsdestotrotz habe ich einen Heidenspaß über die mit teilweise ganzen Felsen übersäten Wege zu heizen und bin im Nachhinein doch recht dankbar über meine Sattelfederung.




Wer hier wirklich die Fäden in der Hand hat

Das ist leicht: ohne genau über die politischen Gegebenheiten in Tansania Bescheid zu wissen, würde ich „Coca Cola“, „VodaCom“ und „Airtel“ nennen. Wenigstens einen dieser drei Kandidaten sieht man  an jedem Straßeneck, in jeder Seitenstraße. Egal, wie weit weg von der Zivilisation, irgendwo ist selbst an das entlegendste Häuschen das Coca-Cola-Emblem im Perfektion gemalt oder ein VodaCom-Schildchen befestigt. Zusammen mit den bodabodas und den bajajis sind es diese drei Dinge, die omnipräsent sind. Ach ja, und die Bananen...

Da mir so langsam die Lust ausgeht, mir Sätze in komplizierter Satzbauweise verfasst zu überlegen, hänge ich einfach noch ein paar Bilder an, die veranschaulichen und euch neidisch werden lassen sollen.

Beispielsweise ein sehr anschaulicher Vergleich von den Towern unserer Hauptstadt im deutschen Land und einer vergleichbaren Felsformation in Singida:




 




















Und noch ein Vergleich der Sonnenuntergänge. Die wohl offensichtlichste Gemeinsamkeit ist wohl, dass sowohl hier als auch in Deutschland die Sonne aufgeht - und hoffentlich morgen wieder aufgeht...























 P.S: Dies ist bereits der dritte Versuch meinen Blogeintrag hochzuladen, da (schnelles) Internet zurzeit  eine Abneigung gegen mich zu haben scheint...

Kommentare:

  1. Geil :D jetzt hab ich Hunger ^^
    Hört sich aber echt Hammer an da unten!! Lg vom Bodensee :D

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  2. So, jetzt probiert das Dein Onkel mal aus.
    Tolle Seiten.
    Schreibe Dir gleich eine Email.

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